
Erst kritisiert, dann kopiert?
Das Musikbüro steht wegen seiner Förderpraxis in der Kritik. Gleichzeitig will der Kanton die Auslagerung von Kulturförderung an szenenahe Organisationen weiterführen – und gesetzlich absichern.
Die Basler Rock- und Popszene, die in der Stadt lange um Anerkennung kämpfen musste, hat mit dem Musikbüro ihre Förderung selbst in die Hand genommen. An sich eine lobenswerte Sache. Doch die Institution steht wegen seiner Förderpraxis – also der Vergabe öffentlicher Fördergelder – auch immer mal wieder in der Kritik. Kürzlich hat die Satire-Sendung AchtAbAcht mit einem Beitrag über das Musikbüro für Aufsehen gesorgt. Darin wird die Frage aufgeworfen, wie transparent die Vergabe von Fördergeldern beim Musikbüro ist. Der Vorwurf: Auffällig häufig erhalten Personen, die als Vorstandsmitglieder in den Vergabeprozess involviert sind, selbst Fördergelder – persönlich oder innerhalb ihrer Projekte. Das Musikbüro verteilt jährlich rund 400'000 Franken an Musikschaffende, finanziert von den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft.