
Dreister Schattenspieler
Faber ist der spannendste Singer-Songwriter, den die Schweizer Musikszene im 21. Jahrhundert hervorgebracht hat. Am 5. Februar singt und spielt Zürichs Antwort auf den grossen Serge Gainsbourg in der Kaserne Basel.
Es kommt selten vor, dass Schweizer Singer-Songwriter von ausländischen Medien abgefeiert werden. Faber ist die Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Die breite Resonanz, die der Zürcher mit sizilianischen Wurzeln in Deutschland und Österreich erfährt, hat Julian Vincenzo Pollina, wie Faber bürgerlich heisst, aber redlich verdient. Schliesslich bringt der 32-Jährige nicht bloss viel Talent mit, sondern auch die nötige Dreistigkeit, um sich als Star mit Substanz zu positionieren: Wer von sich behauptet, als Christ geboren und zum Narzissmus konvertiert zu sein, erhebt hohe Ansprüche an sich, Ansprüche, die Faber tatsächlich zu erfüllen vermag.

